Woke-Deutschland ade!

Unerwartetes von der Fussball-WM in Katar: Deutschland ist bereits in der Vorrunde ausgeschieden! Wie viele andere auch, konnte ich mir ein Schmunzeln nicht verkneifen. In wohlig-befriedigter Atmosphäre dachte ich mir: Das ist jetzt die verdiente Quittung. Denn statt sich auf die eigene fussballerische Leistung zu fokussieren, widmeten sich die Deutschen in den letzten Wochen viel lieber der politischen Aktionitis.

«Schlusspunkt»-Kolumne von Anian Liebrand, erschienen in der «Schweizerzeit» am 9. Dezember 2022

Die deutsche WM-Delegation wollte demonstrativ mit einer «One Love»- Armbinde auflaufen, um den katarischen Gastgebern eins auszuwischen und zu verkünden, dass man für die Rechte der LGBT-Kreise (nichtheterosexuelle) Partei ergreife. Nachdem die FIFA das Tragen solcher Armbinden als nicht erwünschtes politisches Statement einstgestuft und unter Androhung eines Turnierausschlusses verboten hatte, sinnierte die ganze Nation, wie nun politisch korrekt auf diese FIFA-Direktive zu reagieren sei.

«DIE MANNSCHAFT» (der deutsche Fussballverband verweigert sich bezeichnenderweise der Beschreibung «Nationalmannschaft»!) entschied, sich vor dem nächsten Spiel beim Gruppenfoto mit einer Hand vor dem Mund ablichten zu lassen – als Protest gegen vermeintliche Zensur. Das entstandene Foto wurde zum Symbolbild all dessen, woran die deutsche Nation krankt: Hypermoralismus, Doppelmoral und Rückgratlosigkeit. Sonst hält man sich aus allem raus, aber wenn es um Zurschaustellung von Gratismut für Mode-Themen geht, hängt die Truppe die moralischen Gutmenschen raus… Die Quittung dafür folgte umgehend auf dem Platz: Die unerschrockenen Japaner schlugen die Deutschen mit 2:1.

Da lobe ich mir den Captain unserer Schweizer Nati, Granit Xhaka, der an einer Pressekonferenz sagte: «Ich glaube nicht, dass wir als Schweiz irgendetwas machen müssen, um ein politisches Statement zu setzen. Unser Team konzentriert sich auf den Fussball, wir wollen niemanden erziehen.» Dieser kosovarische Migrant legt weit mehr Weisheit an den Tag als so mancher Möchtegern-Weltversteher aus dem Grossen Kanton!

Die Armbinden-Posse ist irgendwie sinnbildlich für die politische und gesellschaftliche Entwicklung Deutschlands. Ansehen, Leistung und Qualität sind im Sinkflug – aber Hauptsache, man gehört zu den moralisch Überlegenen!

Bild-Quelle: Lizenz: CC-BY 2.0
Lizenzgeber: Tim Reckmann
Titel: Deutschland bei der WM 2018
ID auf ccnull.de: 1005980

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Anian Liebrand
Anian Liebrand
Geboren 1989 in Fribourg. Aufgewachsen in Beromünster LU. Nach Abschluss der kaufmännischen Berufsmatura diverse praxisnahe Weiterbildungen, u.a. im Marketing. Von 2014 bis 2016 Präsident der Jungen SVP Schweiz. Heute in verschiedenen Funktionen für unterschiedliche Parteien und Organisation tätig. 2020 Gründung der Politagentur.ch GmbH als deren Geschäftsführer.

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