Verschwiegene Christenverfolgung

Die Adventszeit steht vor der Tür – für uns Christen ist diese vierwöchige «Vorbereitungszeit » auf Weihnachten eine der wichtigsten Phasen des Jahres.

«Schlusspunkt»-Kolumne von Anian Liebrand, erschienen in der «Schweizerzeit» am 21. November 2025

Während hiesige Christen (oder solche, die es zumindest auf dem Papier noch sind) sich vielfach mit dem Kauf von Geschenken selbst unter Stress setzen, haben viele Millionen Christen auf dem Globus ganz andere Sorgen.

Gemäss dem Weltverfolgungsindex des Hilfswerks «Open Doors» sind mehr als 380 Millionen Christen in 80 Ländern allein wegen ihres Glaubens Verfolgung und Diskriminierung ausgesetzt. Dabei ist es geradezu bizarr, wie wenig dieser traurige Fakt in vielen westlichen Medien wirklich thematisiert wird.

Die Solidaritätsaktionen reichen meist nicht über das Lager gläubiger Christen hinaus – es dominiert stattdessen in den Mehrheitsgesellschaften beängstigende Gleichgültigkeit. Und wird das Unrecht doch einmal aufgegriffen, bleibt es bei nüchternen Feststellungen, die keine klaren Verantwortlichen benennen, geschweige denn nachhaltige Empörung erzeugen würden.

Schauen wir zum Beispiel nach Nigeria: In den islamisierten Bundesstaaten im Norden des Landes werden Schulen und Kirchen gezielt benachteiligt; Mädchen werden entführt und mit muslimischen Männern zwangsverheiratet. Skandalträchtige Zustände – und dennoch selten beherrschendes Thema in unseren Leitmedien. Warum ist das so? Warum das kollektive Schweigen, wenn Christen ihres Glaubens wegen unterdrückt, verfolgt, ja sogar umgebracht werden?

Ein Teil der Antwort liegt in einem entrückten Selbstverständnis der links dominierten Medienwelt: Glaubensfragen werden lieber gemieden, weil sie «zu religiös» wirken oder als «altmodisch» gelten. So wird auch die Christenverfolgung zum Randthema, zum Mahnmal einer fernen Welt – statt zur dringenden Menschenrechtsfrage hier und jetzt. Die Medien-Öffentlichkeit kapituliert vor dem Thema, weil es nicht dem gängigen «Agenda-Setting » entspricht, vielleicht auch weil es die Komfortzone stört – und schlicht auch, weil es dem hochstilisierten Multikulti- Narrativ widerspricht und allzu häufig Islamisten die Täter sind.

Das Schweigen über Christenverfolgung ist kein Ausdruck von Neutralität – sondern von Verdrängung. Und diese Verdrängung wird zur Mitschuld, wenn wir nichts daran ändern.

Anian Liebrand
Anian Liebrand
Geboren 1989 in Fribourg. Aufgewachsen in Beromünster LU. Nach Abschluss der kaufmännischen Berufsmatura diverse praxisnahe Weiterbildungen, u.a. im Marketing. Von 2014 bis 2016 Präsident der Jungen SVP Schweiz. Heute in verschiedenen Funktionen für unterschiedliche Parteien und Organisation tätig. 2020 Gründung der Politagentur.ch GmbH als deren Geschäftsführer.

Weitere Texte

Ähnliche Beiträge

Werbungspot_img

Neuste Beiträge

Fremd im eigenen Land

«Damit wir nicht zu Fremden werden im eigenen Land.» Das war ein Wahlspruch, mit dem die SVP im Kanton Luzern bereits anfangs der 2000er-Jahre gefahren ist. Haben Empörte die Aussage damals noch für überzogen bis provokativ gehalten, hat sich die Situation in der Schweiz seither fundamental geändert.

Schande von Winterthur

Winterthur am helllichten Tag, mitten am Bahnhof, zwischen Schulkindern. Ein eingebürgerter Türke sticht mit dem Messer wahllos auf Passanten ein – «Allahu Akbar» schreiend. Was

Wermuths Heuchelei

Was ich am meisten verabscheue, ist Heuchelei. Und damit verbunden das Anlegen unterschiedlicher Standards, das meist mit Unglaubwürdigkeit und Verlogenheit einher geht.

Schlagwörter

Newsletter abonnieren