Noch immer haftet fanatischen Linken der Nimbus an, dass ihr Treiben «weniger schlimm» sei als die Umtriebe der extremen Rechten. Sie kämpften schliesslich für Dinge, die wir alle irgendwie sympathisch fänden – soziale Gerechtigkeit etwa oder gegen Ausbeutung. Und wenn Gewalt im Spiel sei, müsse man immer bedenken, dass es doch gegen «böse Nazis» oder üble Kapitalisten gehe, die sich auf Kosten anderer bereicherten.
«Schlusspunkt»-Kolumne von Anian Liebrand, erschienen in der «Schweizerzeit» am 26. September 2025
Dass dieses Narrativ tief in so viele, darunter auch nicht «links tickende» Hirne eingebrannt ist, hat zweifellos viel mit dem Fakt zu tun, dass rund drei Viertel der Journalisten in der Schweiz sich selbst als links bezeichnen – und ihr Tun und Denken entsprechend von links-sozialistischer Ideologie durchsetzt ist. Deshalb schreiben sie auch durchwegs von «Linksautonomen», wenn von gewalttätigen Linksextremisten die Rede ist – und deswegen ziehen sie bei jeder als rechtsextrem vermuteten Zuckung wie Todesschwadronen über die vermeintlichen Verantwortlichen her, während sich ihr Empörungspotenzial beim Extremismus von links auffallend in Grenzen hält.
Diese Voreingenommenheit ist auch der Grund, warum der politisch motivierte Mord am US-amerikanischen Konservativen Charlie Kirk hierzulande so nüchtern kommentiert wird – während die Anteilnahme und Betroffenheit in den USA und anderen Ländern riesig sind. Der Mord am Schwarzen George Floyd löste vor Jahren schwerste linksextreme Krawalle rund um die «Black lives matter»- Bewegung aus. Bezeichnend ist, dass die Witwe Kirks dagegen kürzlich öffentlich verkündete, dass sie dem Mörder ihres Mannes vergebe.
Der linken Schlagseite unserer Mainstream-Medien ist womöglich auch geschuldet, dass Sie vermutlich noch nichts über die erschreckenden Ergebnissen einer grossangelegten, repräsentativen Umfrage aus den USA gelesen haben. Einer neuen Erhebung des renommierten «YouGov»-Instituts zur Einstellung der Amerikaner zu politischer Gewalt zufolge halten Linke politische Gewalt wesentlich häufiger für gerechtfertigt als Rechte. Ein Viertel jener, die sich als «sehr links» einstufen, sind der Meinung, dass politische Gewalt mitunter gerechtfertigt sei. Bei denjenigen, die sich als «sehr konservativ» sehen, rechtfertigen nur gerade drei Prozent politische Gewalt – der niedrigste Wert aus allen Gruppen im politischen Spektrum.


