Hexenjagd gegen Tesla

Lange war er ein Statussymbol, eine Art Auto gewordener Ausdruck von Fortschritt und Moderne: der Tesla. Es waren vorab gutsituierte Kreise, die der Elektrofahrzeug-Marke zu beispiellosem Aufstieg verholfen haben.

«Schlusspunkt»-Kolumne von Anian Liebrand, erschienen in der «Schweizerzeit» am 4. April 2025

Der Tesla erlaubte manchen, ihren Hang zu Luxus und Status mit Umweltbewusstsein zu kombinieren. Wo der Schweizer sonst oft etwas Hemmung hat, seinen Wohlstand zu zeigen – mit dem Tesla war das möglich, ohne ein schlechtes Gewissen haben zu müssen.

Mit dem guten Image – unter der Gnade des Zeitgeists – scheint es nun aber vorbei zu sein. Tesla wurde von Linken zum Feindbild erklärt, das Unternehmen wird gar als «Nazi-Marke» verteufelt. Das hat viel mit seinem Gründer und Chef, dem Tech-Milliardär Elon Musk zu tun. Seit sich Musk politisch exponiert und aus Sicht seiner Gegner «die Falschen» unterstützt, passiert, was Linksradikale und viele Linke bevorzugt machen, wenn sie mit Worten nicht mehr weiterwissen. Sie zielen auf die Existenz ihres Kontrahenten, denunzieren ihn und werden gewalttätig. Weil Tesla eng mit Elon Musk verknüpft ist, gerät auch Tesla ins Visier des Hasses – so einfach ist links-verdorbenes Denken zu durchschauen.

Musk ist zwar grösster Anteilsbesitzer von Tesla, besitzt aber «nur» rund 13 Prozent der Aktien – was wohl die wenigsten der linken Trolle wissen. Und so findet seit einigen Wochen eine wohl orchestrierte Anti-Tesla-Kampagne statt. Ausgehend von den USA, ist diese zwischenzeitlich in die Schweiz übergeschwappt. Kürzlich demonstrierte ein müdes Häufchen vor einem Tesla-Geschäft in Zürich – und prompt berichtete der Medien-Mainstream prominent, was mit Bestimmtheit weitere Nachahmungstäter mobilisieren wird. Parallel dazu machen sich Linksextremisten, vorzugsweise in den Städten, auf «Tesla-Jagd». Sie versprühen aufgespürte Tesla-Autos mit Hakenkreuzen, beschädigen sie oder fackeln sie gleich ganz ab.

Elon Musk, nicht umsonst der reichste Mann der Welt, wird auch dieses Buschfeuer unbeschadet überstehen. Bedenklich aber sind die Passivität, Gleichgültigkeit und teils gar subtile Sympathie, mit der die vom Medien-Mainstream berieselte Öffentlichkeit dieser Hexenjagd begegnet. Wenn politisch aktive Unternehmer, egal wie reich sie sind, keine breiten Sympathie-Wellen erfahren, wenn ihre wirtschaftliche Existenz von intoleranten Extremisten angegriffen wird, muss man sich nicht wundern, dass immer mehr Unternehmer einen weiten Bogen um die Politik machen.

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Anian Liebrand
Anian Liebrand
Geboren 1989 in Fribourg. Aufgewachsen in Beromünster LU. Nach Abschluss der kaufmännischen Berufsmatura diverse praxisnahe Weiterbildungen, u.a. im Marketing. Von 2014 bis 2016 Präsident der Jungen SVP Schweiz. Heute in verschiedenen Funktionen für unterschiedliche Parteien und Organisation tätig. 2020 Gründung der Politagentur.ch GmbH als deren Geschäftsführer.

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