«Gutmütige Diktatur»

Der Leiter des Zürcher Amts für Gesundheit ist ein Fall für den Staatsschutz. Im ZDF-Auslandsjournal lieferte Peter Indra den Beweis für eine zutiefst fragwürdige Geisteshaltung, die im öffentlichen Dienst eines freien Staates keinen Platz haben dürfte – wenn das Bekenntnis zu einer freiheitlich-demokratischen Grundordnung mehr Wert wäre als ein blosses Lippenbekenntnis.

«Schlusspunkt»-Kolumne von Anian Liebrand, erschienen in der «Schweizerzeit» am 8. Oktober 2021

Eine «gutmütige Diktatur» sei zur Bewältigung einer Pandemie eine «gute Art und Weise», sprach der Gesundheits-Funktionär in die Mikros des ZDF. Der «Impf-Chef» des Kantons Zürich prahlte damit, wie gut sein Kanton mit den Impf-Massnahmen unterwegs sei. Föderalistische Lösungen im Gesundheitswesen seien dagegen lästig und überholt.

Dass autoritäre Staatsformen, welche die Entscheidungsmacht bei einer gutmütigen oder wohlmeinenden Clique zentralisiert, bei einem Schweizer Chefbeamten offensichtlich auf Sympathien stossen, zeugt von einem erbärmlichen Geschichtsverständnis. Schliesslich ist es ein bestens dokumentierter Wesenszug eines jeden Unrechtsregimes, dass Gewaltherrscher die Unterdrückung des Volkes immer damit gerechtfertigt haben, dass man es ja nur gut meine und am besten wisse, was die Schäfchen zu ihrem Wohlergehen brauchen. Hitler, Stalin, Pol Pot, Idi Amin, Fidel Castro – sie alle haben sich wohl stets als «gutmütige Herrscher» verstanden.

Dass ein Chefbeamter des Kantons Zürich derart leichtfertig von den vermeintlichen Vorzügen einer Diktatur spricht, ist ein Skandal. Würde er der SVP angehören, wäre er wahrscheinlich bereits abgesetzt worden. Und würde er als politischer Aktivist von solchen Utopien schwärmen, stünde er womöglich bereits unter Beobachtung des Nachrichtendienstes. Doch bei Peter Indra schweigt der Mainstream-Blätterwald bislang. Vielmehr gilt er als Musterknabe, der die Impfquote erfolgreich nach oben treibt. Wird seine Vorgesetzte, die Zürcher SVP-Gesundheitsdirektorin Natalie Rickli, handeln?

Von Bundesrat Berset scheinen Impf-Fanatiker wie Indra jedenfalls nichts befürchten zu müssen. Das Bundesamt für Gesundheit will neuerdings gar Impfequipen ausschwärmen lassen, welche den Menschen an der Haustür auflauern und sie zum Piks ermutigen sollen. Die Zeugen Jehovas erhalten Konkurrenz – bald heisst es auch: Vorsicht vor den «Zeugen Coronas»!

Anian Liebrand
Anian Liebrand
Geboren 1989 in Fribourg. Aufgewachsen in Beromünster LU. Nach Abschluss der kaufmännischen Berufsmatura diverse praxisnahe Weiterbildungen, u.a. im Marketing. Von 2014 bis 2016 Präsident der Jungen SVP Schweiz. Heute in verschiedenen Funktionen für unterschiedliche Parteien und Organisation tätig. 2020 Gründung der Politagentur.ch GmbH als deren Geschäftsführer.

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