Fremd im eigenen Land

«Damit wir nicht zu Fremden werden im eigenen Land.» Das war ein Wahlspruch, mit dem die SVP im Kanton Luzern bereits anfangs der 2000er-Jahre gefahren ist. Haben Empörte die Aussage damals noch für überzogen bis provokativ gehalten, hat sich die Situation in der Schweiz seither fundamental geändert.

«Schlusspunkt»-Kolumne von Anian Liebrand, erschienen in der «Schweizerzeit» am 5. Juni 2026

Setzen sich Zuwanderung und Geburtenentwicklung im ähnlichen Tempo fort wie in den letzten 25 Jahren, werden die Einwohner mit Migrationshintergrund voraussichtlich noch vor dem Jahre 2050 die Mehrheit bilden. Ein Umstand, der bei Minderjährigen bereits heute Realität ist. Anfang 2024 wertete das Bundesamt für Statistik (BFS) für die «Sonntags- Zeitung» aus, wie viele Kleinkinder und Kinder Migrationshintergrund haben. Die Berechnung für die Jahre 2019 und 2021 zeigte: 58 Prozent der 0- bis 6-Jährigen und 56 Prozent der 7- bis 15-Jährigen leben in einem Haushalt mit mindestens einem Elternteil, der im Ausland geboren wurde oder eine ausländische Nationalität hat.

Klar: Dazu gehören auch viele Migranten mit europäischem, kulturnahem Bezug. Seit dem Jahr 2000 sind zum Beispiel rund eine halbe Million Deutsche in die Schweiz eingewandert! Aber eben auch immer mehr kulturfremde Ausländer, die über die Asylschiene in unserem Sozialstaat gelandet sind und mit ihrem Verhalten und ihren Ansprüchen das Wesen unseres Landes nachhaltig verändern – obwohl viele von ihnen nach der Genfer Flüchtlingskonvention bekanntlich gar kein Bleiberecht hätten…

Besonders krass wird die «neue Realität» in den aktuellen Schülerzahlen sichtbar. Über das ganze Land hinweg befanden sich im Schuljahr 2024/25 rund eine Million Kinder und Jugendliche in der obligatorischen Schulzeit. Für rund 36 Prozent von ihnen ist die örtliche Landessprache eine Fremdsprache. Im Kanton Genf hat sogar jedes zweite Schulkind eine andere Muttersprache als Französisch, im Kanton Zürich beträgt der Anteil fremdsprachiger Schulkinder knapp 45 Prozent. In etlichen Schulgemeinden ist es heute Standard, dass an Elternabenden sog. «Kulturvermittler» im Einsatz sind, um Fragen auf Arabisch, Türkisch, Kurdisch oder Tamilisch zu beantworten – anders wäre eine Kommunikation nicht mehr möglich!

«Damit wir nicht zu Fremden werden im eigenen Land.» Wenn wir diesen Satz heute und in Zukunft als Auftrag für unsere politische Arbeit wahrnehmen, könnte er dringlicher nicht sein.

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Anian Liebrand
Anian Liebrand
Geboren 1989 in Fribourg. Aufgewachsen in Beromünster LU. Nach Abschluss der kaufmännischen Berufsmatura diverse praxisnahe Weiterbildungen, u.a. im Marketing. Von 2014 bis 2016 Präsident der Jungen SVP Schweiz. Heute in verschiedenen Funktionen für unterschiedliche Parteien und Organisation tätig. 2020 Gründung der Politagentur.ch GmbH als deren Geschäftsführer.

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