Femizide

In den letzten Wochen und Monaten wurde in der Schweiz viel über das traurige Phänomen der «Femizide» berichtet. Darunter versteht man Fälle, in denen Frauen getötet werden, weil sie Frauen sind. Im laufenden Jahr verzeichnet die Schweiz bereits 22 als Femizide eingestufte Fälle – seit Januar stirbt deswegen alle elf Tage eine Frau.

«Schlusspunkt»-Kolumne von Anian Liebrand, erschienen in der «Schweizerzeit» am 12. September 2025

Es sind bislang vor allem linke Feministinnen, die das Thema besetzen und in die Politik tragen. Sie vertreten die Ansicht, dass solchen Verbrechen «strukturelle männliche Aspekte» zugrunde liegen. Um solche geschlechtsspezifische Gewalt zu verhindern, wollen sie den Staat in die Verantwortung nehmen. Die SP hat hierzu Ende August 2025 eine Volksinitiative angekündigt. Ihr Lösungsansatz: Der Bund soll 500 Millionen Franken pro Jahr investieren – für Opferschutz, Präventionsmassnahmen und Berichte.

Es kann gut sein, dass die Behörden sich verbessern müssen und man allgemein mehr tun muss – z.B. mit Anlaufstellen für betroffene Frauen. Um ein Problem richtig zu erfassen, ist es aber unerlässlich, eine gründliche Auslegeordnung zu machen und die Ursachen korrekt zu benennen. Gewalt und Mord an Frauen sind nämlich beileibe kein «Männerproblem», dem klassische, zu überwindende Rollenbilder zugrunde liegen, wie das Linke derzeit anprangern, um ihre feministische «Gleichstellungs-Agenda» durchzusetzen.

Fakt ist aber, dass die Polizei 2024 in der Schweiz über 21’000 Fälle häuslicher Gewalt und 26 vollendete Tötungsdelikte im häuslichen Bereich registrierte (ein Plus von 6,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr). Fast jeder zweite Täter in solchen sogenannten Partnerschaftstötungen ist ausländischer Herkunft – bei einem Ausländeranteil von 27 Prozent. Und wenn linke Frauen betonen, dass «patriarchale Strukturen» zu Gewalt an Frauen motivieren, ist es unstatthaft, auszublenden, in welchen Milieus frauenerniedrigendes Verhalten zur gesellschaftlichen Normalität gehört.

In der Femizid-Debatte ist es unredlich, die Täterprofile aus ideologischen Gründen einfach auszublenden. Ja, es gibt ein Problem mit Gewalt an Frauen in der Schweiz – und viel zu oft sind es Männer mit patriarchalem Weltbild aus Zuwandererfamilien, die zuschlagen und töten. Und ja, auch dieses Problem haben wir importiert – die Linken blenden es aber aus.

Anian Liebrand
Anian Liebrand
Geboren 1989 in Fribourg. Aufgewachsen in Beromünster LU. Nach Abschluss der kaufmännischen Berufsmatura diverse praxisnahe Weiterbildungen, u.a. im Marketing. Von 2014 bis 2016 Präsident der Jungen SVP Schweiz. Heute in verschiedenen Funktionen für unterschiedliche Parteien und Organisation tätig. 2020 Gründung der Politagentur.ch GmbH als deren Geschäftsführer.

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