Es ist eine Geschichte, die man in Utopia verortet – aber sie ist wahr. In Deutschland narrt ein Polit-Aktivist derzeit das Establishment. Dabei stellt er die abwegige Gender-Ideologie bloss und versetzt die linke Schickeria in Erklärungsnot.
«Schlusspunkt»-Kolumne von Anian Liebrand, erschienen in der «Schweizerzeit» am 29. August 2025
Sven Liebich aus Halle in Sachsen-Anhalt ist seit vielen Jahren politisch aktiv. Wegen diverser provokativer Aktionen und einer Gesinnung, die ihm die Behörden als «rechtsextrem» auslegen, geriet er im Laufe der Jahre ins Visier der Justiz. Wegen des Vertriebs von Baseballschlägern mit der Aufschrift «Abschiebehelfer» und weiterer Aktionen, die man durchaus als fragwürdig einstufen kann, wurde Liebich im Sommer 2025 rechtskräftig zu einer unbedingten Gefängnisstrafe verurteilt. Nun erregt die Auseinandersetzung, in welches Gefängnis Liebich gehen muss, internationale Aufmerksamkeit.
Denn Sven Liebich heisst seit 2024 offiziell nicht mehr Sven Liebich, sondern Marla-Svenja Liebich. Auf der Basis des deutschen «Selbstbestimmungsgesetzes», das am 1. November 2024 in Kraft trat, liess Liebich amtlich Vornamen und Geschlecht ändern. Er verstehe sich fortan als Frau – und entsprechend tritt Liebich in der Öffentlichkeit auf – mit Frauenhut, Ohrringen, Sonnenbrille, Bluse – aber auch mit blond gefärbtem Bart.
Das sogenannte «Selbstbestimmungsgesetz» ermöglicht solche Schritte allen Einwohnern Deutschlands – die blosse Willensbekundung vor dem Standesamt genügt. Die Behörden dürfen weder Fragen stellen noch ein Gutachten verlangen. So verlangte es die Transgender-Lobby, welche dieses Gesetz zur Zeit der Ampel-Regierung durchgebracht hatte. Dass ein «Rechtsextremist» dasselbe Recht beansprucht, wie man es Transsexuellen und «Non-Binären» gewähren wollte, war im Drehbuch der Gender-Ideologen freilich nicht vorgesehen. Und so streiten die Medien, ob Liebich nun in ein Frauengefängnis einrücken muss oder doch in einen Männerknast – obwohl er (oder eben sie) rechtlich offiziell als Frau eingetragen ist. Es ist herrlich mitanzusehen, wie linksliberale und woke Medien nun im Clinch sind, ob sie Liebich in ihren Artikeln als Frau oder als Mann bezeichnen sollen. Ein einzelner Mann, pardon, eine einzelne Frau, bringt sie alle in Bedrängnis.
Seit 2022 haben wir in der Schweiz übrigens ein ähnliches Gesetz. Für nur 75 Franken können alle Männer vor dem Zivilstandsamt zu Frauen werden – und umgekehrt. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis auch wir unsere «Causa Liebich» haben werden. Machen wir schon mal das Popcorn bereit.


