Drogenverharmlosung

Während weltweit immer neue Drogentrends ganze Gesellschaften ins Elend stürzen, will die Schweiz ausgerechnet jetzt den nächsten Rausch staatlich salonfähig machen: Cannabis soll legalisiert werden – als wäre das alles bloss ein harmloser Freizeitspass. Diese Idee ist nicht etwa fortschrittlich, sondern verantwortungslos.

«Schlusspunkt»-Kolumne von Anian Liebrand, erschienen in der «Schweizerzeit» am 5. Dezember 2025

Vor Kurzem endete die Vernehmlassungsfrist zu einem Vorentwurf des «Cannabisproduktegesetzes », das Erwachsenen einen «strikt geregelten Zugang» zu Cannabis auch zu nicht-medizinischen Zwecken ermöglichen soll. Damit wird eine Parlamentarische Initiative umgesetzt, der die Kommissionen für soziale Sicherheit und Gesundheit beider Kammern bereits zugestimmt hatten.

In einer Zeit, in der sich vermehrt auch Schweizer Städte wieder mit der Ausbreitung offener Drogenszenen konfrontiert sehen, sendet es fatale Signale aus, mit Cannabis die Einstiegsdroge par Excellence zu legalisieren. Länder, die Legalisierungsschritte bereits hinter sich haben, haben nicht etwa ein Paradies der Freiheit geschaffen, sondern expandierende Drogenbiotope begünstigt: mehr Konsum, mehr Abhängigkeiten, mehr psychische Erkrankungen. Die Hoffnung, der Schwarzmarkt werde austrocknen, hat sich als naive Illusion entpuppt – Dealer passen sich schneller an als jedes Gesetz. Genau darauf weist zum Beispiel die Vereinigung «Jugend ohne Drogen» hin: Mehr Angebot schafft mehr Nachfrage!

Und während global ganze Volkswirtschaften an den Sozial- und Gesundheitskosten des Drogenbooms ersticken, denkt man in der Schweiz, ausgerechnet mit Cannabis werde nun alles anders? Dabei liegen die Gefahren klar auf dem Tisch: Cannabiskonsum führt erwiesenermassen zu beeinträchtigten Hirnfunktionen, psychischen Störungen, zur Abkapselung von Jugendlichen und verminderter Lern- und Arbeitsfähigkeit.

Dennoch diskutiert man hierzulande über Online-Vertrieb, neutrale Päckli und staatlich kontrollierte Shops – als ob die Normalisierung einer Droge nicht unweigerlich ihre Verharmlosung bedeutet. Genau das aber wäre das fatalste Signal an unsere Jugend: «Es ist ja erlaubt – also kann es nicht so schlimm sein.» Eine verantwortungsvolle Schweiz tut das Gegenteil. Sie folgt nicht blind einem globalen Trend, der bereits jetzt zu sozialem Bankrott führt. Wer das weltweite Drogenelend ernst nimmt, legalisiert Cannabis nicht – er verhindert, dass der nächste Brandherd überhaupt entfacht wird.

Anian Liebrand
Anian Liebrand
Geboren 1989 in Fribourg. Aufgewachsen in Beromünster LU. Nach Abschluss der kaufmännischen Berufsmatura diverse praxisnahe Weiterbildungen, u.a. im Marketing. Von 2014 bis 2016 Präsident der Jungen SVP Schweiz. Heute in verschiedenen Funktionen für unterschiedliche Parteien und Organisation tätig. 2020 Gründung der Politagentur.ch GmbH als deren Geschäftsführer.

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