Die Toleranten boykottieren

David Zuberbühler ist ein junger, dynamischer Nationalrat aus Herisau in Appenzell-Ausserrhoden. 2015 gelang ihm Historisches: Er eroberte in der traditionellen FDP-Hochburg den einzigen Nationalratssitz für die SVP. Auch unternehmerisch ist «dä Zubi» im Appenzellerland schon längst eine feste Grösse: Er baute die von seinem Vater gegründete Firma «Zubi Schuhe» in den letzten Jahren stetig aus und beschäftigt heute 140 Angestellte – davon allein 100 in Herisau.

«Schlusspunkt»-Kolumne von Anian Liebrand, erschienen in der «Schweizerzeit» am 13. August 2021

Zuberbühlers Firma gelang das Kunststück, sich in einem schwierigen, von Preisdruck dominierten Umfeld zu etablieren. «Zubi Schuhe» setzt auf lokale Verankerung, Qualität und besondere Kundennähe. Das kommt an: Die Parkplätze vor dem eindrücklichen NeubauVerkaufsladen in Herisau sind meistens restlos voll, das Unternehmen floriert.

«Dä Zubi» ist aber nicht nur ein guter Unternehmer, er zeigt als Volksvertreter auch eine klare Haltung – auch wenn diese nicht dem «Mainstream» entspricht. Zuberbühler ist aus Überzeugung gegen die «Ehe für alle» und die Samenspende für lesbische Paare und engagiert sich aktiv im Nein-Komitee. Wegen dieser legitimen Meinungsäusserung, die er als freier Politiker tätigt, sieht sich Zuberbühler neuerdings mit einem Boykottaufruf aus der «LGBT»-Szene (LGBT steht für nichtheterosexuelle Kreise) konfrontiert.

Ein Aktivist aus Herisau ruft in den sozialen Medien dazu auf, explizit nicht mehr bei Zubi Schuhe einzukaufen, weil Nationalrat Zuberbühler «an vorderster Front» gegen die «Ehe für alle» kämpfe. Diese «Kauft nicht bei»-Aufforderung, der eine Vermischung von unternehmerischer und politischer Tätigkeit zugrunde liegt, ist ein weiterer trauriger Höhepunkt intoleranten Gebärdens einer Szene, die für sich gerne in Anspruch nimmt, gleiche Rechte und Toleranz einzufordern – aber grösste Mühe mit anderen Meinungen bekundet. Offenbar sind weite Teile der Schwulen-, Lesbenund Transsexuellen-Aktivisten ob der wachsenden Ablehnung der «Ehe für alle» derart nervös, dass jegliche Hemmungen fallen.

Zuberbühler und seiner Firma wird der Boykottaufruf trotz des ganzen Wirbels nicht schaden – im Gegenteil. «Zubi Schuhe» erfährt grosse Solidarität. Das sollte allen Mut machen, die sich nicht getrauen, sich auch zu vermeintlich «heiklen Themen» zu äussern. Wir brauchen mehr Persönlichkeiten wie David Zuberbühler. Rückgrat beweisen zahlt sich aus.

Anian Liebrand
Anian Liebrand
Geboren 1989 in Fribourg. Aufgewachsen in Beromünster LU. Nach Abschluss der kaufmännischen Berufsmatura diverse praxisnahe Weiterbildungen, u.a. im Marketing. Von 2014 bis 2016 Präsident der Jungen SVP Schweiz. Heute in verschiedenen Funktionen für unterschiedliche Parteien und Organisation tätig. 2020 Gründung der Politagentur.ch GmbH als deren Geschäftsführer.

Weitere Texte

Ähnliche Beiträge

Werbungspot_img

Neuste Beiträge

Verharmlostes Drogenelend

Das Drogenelend ist aus der Wahrnehmung vieler Schweizer verschwunden. Das dürfte sich aber bald ändern!

Irrationale Massenhysterie gegen die AfD

In Deutschland führt der politisch-mediale Komplex eine derart manische Hass- und Angstmacher-Kampagne gegen die AfD, dass der gutgläubigen Öffentlichkeit der Eindruck vermittelt wird, eine braune Machtübernahme wie anno 1933 stehe kurz bevor.

Neid-Debatte

Am 3. März stimmen wir über die von jungbürgerlichen Kreisen lancierte Renteninitiative ab. Diese bezweckt, das Rentenalter an die Lebenserwartung in der Schweiz zu koppeln.

Schlagwörter

Newsletter abonnieren