Das Kopftuchverbot an Schulen muss kommen!

Mit den Aktivitäten des Egerkinger Komitees gewinnen die Bestrebungen für ein landesweit gültiges Kopftuchverbot an Schulen neuen Schwung. Wenn es ihnen ernst ist mit ihren Bekenntnissen für Frauenrechte und Gleichberechtigung, müssten nun insbesondere Frauenvereinigungen, Feministinnen und Politikerinnen von sich hören lassen und diese Forderungen unterstützen.

«Spalte rechts»-Kolumne von Anian Liebrand, erschienen in der «Schweizerzeit» am 5. Dezember 2025

Es ist ein fundamentaler Wesenskern unserer Staatsordnung, dass Chancengleichheit, Freiheit und Gleichberechtigung allen Kindern und Jugendlichen gleichermassen zustehen. Schulen sind Freiräume für Rechtsstaatlichkeit: Freiheit und gleiche Rechte müssen für alle Kinder und Jugendlichen gelten. Muslimisch begründete Kopfbedeckung an staatlichen Schulen widerspricht diesen Werten. Vielfach nicht freiwillig getragen, drückt sie Diskriminierung von muslimischen Mädchen und Jugendlichen aus. Sie hemmt die Entwicklung und Bewegungsfreiheit der Mädchen.

Gehen wir der Sache auf den Grund: Was ist das Motiv, weshalb Frauen im Islam ihr Kopfhaar – und in extremerer Form zusätzlich sogar noch das Gesicht – bedecken müssen? Eine Frau mit Kopftuch signalisiert in den grössten Teilen der islamischen Lehre, dass sie sexuell nicht verfügbar ist. Zumindest implizit ist dieser sexualisierte Aspekt auch mit der Suggestion verbunden, dass Männer, die «unbedeckte Frauen» zu Gesicht bekommen, diese als «Freiwild» oder als «sexuell verfügbar» ansehen.

Es ist unbestritten, dass das Tragen eines Kopftuchs im privaten Rahmen als Ausdruck der Religionsfreiheit akzeptiert wird – schliesslich ist das Kopftuch auch im Christentum (z.B. bei Ordensfrauen) verbreitet. An Schulen und im öffentlichen Dienst hat das muslimisch begründete Kopftuch (und die damit verbundene Bedeutung) hingegen nichts verloren. Über die Rechtfertigung solcher Kopftuchverbote wurde schon sehr viel Richtiges gesagt – besonders auch von Frauen: «Im Ergebnis steht das Kopftuch gegen eine selbstbestimmte Sexualität der Frauen im Islam» (Islamismuskritikerin Seyran Ates auf literaturkritik.de). «Es geht bei jungen Mädchen nicht um die freie Religionsausübung, sondern um ihre Sexualisierung» (CDU-Politikerin Serap Güler in der «Emma»).

Wann bekennen die Politikerinnen von SP und Grünen Farbe und zeigen, dass es ihnen ernst ist mit der Forderung nach Gleichberechtigung?

Anian Liebrand
Anian Liebrand
Geboren 1989 in Fribourg. Aufgewachsen in Beromünster LU. Nach Abschluss der kaufmännischen Berufsmatura diverse praxisnahe Weiterbildungen, u.a. im Marketing. Von 2014 bis 2016 Präsident der Jungen SVP Schweiz. Heute in verschiedenen Funktionen für unterschiedliche Parteien und Organisation tätig. 2020 Gründung der Politagentur.ch GmbH als deren Geschäftsführer.

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