Bargeld ist Freiheit

Bargeld ist kein Relikt. Bargeld ist Freiheit. Wir müssen dazu Sorge tragen, sonst kommt es uns einst teuer zu stehen, wenn wir Noten und Münzen aus vermeintlicher Bequemlichkeit immer weniger nutzen.

«Schlusspunkt»-Kolumne von Anian Liebrand, erschienen in der «Schweizerzeit» am 20. Februar 2026

Weltweit wird Bargeld systematisch verdrängt. Dahinter stecken handfeste Interessen. Informieren Sie sich doch bitte mal über die «Better Than Cash Alliance» (auf Deutsch: «Besser-als-Bargeld-Bündnis»), welche «den Übergang des Barzahlungsverkehrs zu digitaler Zahlungsweise beschleunigen will». Selbst Wikipedia vermeldet, dass die Bill & Melinda Gates Foundation, der Kreditkarten-Anbieter Visa und UNO-Institutionen zu deren grössten Geldgebern gehören.

Digitale Zahlungssysteme schaffen totale Abhängigkeit: von Strom, Internet, Banken und politischen Entscheiden. Wer nur noch digital zahlen kann, besitzt kein physisches, greifbares Geld mehr – er hat bloss ein Zugriffsrecht auf Wallets und Konten, die über das Smartphone oder den PC erreicht werden. Digitales Zentralbankgeld kann im Gegensatz zum Bargeld viel schneller und jederzeit eingeschränkt, verteuert oder gesperrt werden.

Bargeld dagegen funktioniert auch dann, wenn Systeme ausfallen. In Krisen, bei Stromausfällen oder Cyberangriffen ist es die letzte funktionierende Lebensader einer Gesellschaft. Das ist keine Theorie. Länder mit minimalem Bargeldanteil mussten schmerzhaft lernen, wie verletzlich sie geworden sind. So sind z.B. Norwegen und Schweden wieder von der Abschaffung des Bargelds abgerückt und streben an, dass man wieder überall bar zahlen können soll.

Die Einführung von digitalen Zentralbankwährungen schreitet mit grossen Schritten voran. Schon im Jahr 2029 soll in der EU der sog. «E-Euro» offizielles Zahlungsmittel werden. Es geht dabei um «Geld mit Ablaufdatum». Geld, dessen Verwendung man auf Schritt und Tritt überwachen und das man auf Knopfdruck entwerten kann. Wer spart, wird bestraft. Das soll Fortschritt sein? Viel eher ist dies ein Machtinstrument.

In der Schweiz erleben wir die Schattenseiten der Entwicklung bereits: mit bargeldlosen Läden oder Ticketautomaten ohne Bargeldfunktion. Alte Menschen, Kinder, technisch Ungeübte – sie alle werden diskriminiert. Die Bargeld-Initiative setzt hier klare Grenzen. Sie hält fest: Noten und Münzen gehören zur Schweiz. Als Grundlage einer resilienten Gesellschaft. Stimmen Sie darum Ja zur Volksinitiative «Bargeld ist Freiheit».

Anian Liebrand
Anian Liebrand
Geboren 1989 in Fribourg. Aufgewachsen in Beromünster LU. Nach Abschluss der kaufmännischen Berufsmatura diverse praxisnahe Weiterbildungen, u.a. im Marketing. Von 2014 bis 2016 Präsident der Jungen SVP Schweiz. Heute in verschiedenen Funktionen für unterschiedliche Parteien und Organisation tätig. 2020 Gründung der Politagentur.ch GmbH als deren Geschäftsführer.

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